Auf Waldbrand vorbereitet
Was tun, wenn der Wald brennt, war am Wochenende des 24. bis 26. Juni 2005 eine der - bei der
derzeitigen Witterung
besonders realitätsnahen - Aufgaben, die die Feuerwehr ab Freitagabend bei ihrer
"Gemeinschafts-Ausbildungsveranstaltung" zu bewältigen hatte.
Um 19 Uhr fuhren am
Freitag 89 Feuerwehrmänner und -frauen auf 15 Feuerwehrfahrzeugen ab Feuerwehrgerätehaus
Günne im Verband zu einem zunächst noch unbekannten Ziel. Die drei eingeteilten Züge,
bestehend aus Feuerwehren aus Bad Sassendorf, Ense, Möhnesee, Soest, Werl und Wickede,
fuhren nach jeweils 10 Koordinaten, die sie auswerten, anfahren und sich durch verschiedene
Aufgaben erarbeiten mussten. Die eingerichtete Leitstelle im Gerätehaus in Günne gab, bei
bestandener Aufgabe, die nächsten Koordinate heraus. Schließlich erreichten die Feuerwehrleute
um ca. 21.30 das Eissportzentrum in Echtrop, in dem sie ihre Schlafplätze einrichteten.
Der nächste Tag begann mit einer Stationsausbildung. Die Schwerpunkte waren Technische Hilfe,
Erste Hilfe und Funk. Die Technische Hilfe wurde mit dem Rüstwagen aus Günne geübt. Die Erste
Hilfe- Ausbildung leitete das Rote Kreuz Ense. Der dritte Schwerpunkt wurde im Einsatzleitwagen
ELW 2, der vom Kreis Soest zur Verfügung gestellt wurde, behandelt. Den Hauptteil des Tages
bildete eine große Übung, bei der eine Förderstrecke von 2000m aufgebaut werden musste. Die
Feuerwehrleute mussten mehrere Pumpen zwischenschalten um einen Höhenunterschied von 120
Metern zu überwinden. So konnten an der Einsatzstelle 10 C-Strahlrohre zur Brandbekämpfung
vorgenommen werden. Am Abend waren auch ehemalige Kameraden aus den unterschiedlichen
Ehrenabteilungen zu Gast. Mit einem Lagerfeuer klang der Tag schließlich aus. Hubert
Nettelhoff leitete die 29. Wochenend- Übung, die auch den Hintergrund hat, dass sich Kameraden
aus den unterschiedlichen Feuerwehren besser kennen lernen.
Solche Katastrophenschutzübungen wurden erstmals 1969 durchgeführt. Die beteiligten Feuerwehren
waren früher in der 211. Feuerwehrbereitschaft eingeteilt.
Brandinspektor Hubert Nettelhoff wurde für sein langjähriges Engagement und die Leitung der
Wochenendübungen gedankt. Den Abschluss bildete die Verabschiedung und eine kurze Predigt durch Pastor Vedder.
Bevor die Predigt begann, sagte Hubert Nettelhoff: "Wütet die Flamme in deinem Haus, rufst du
nach Gott und der Feuerwehr aus, ist aber gebannt das Flammenmeer, vergisst du Gott und schimpfst
auf die Feuerwehr." Pastor Vedder ermahnte dazu auch Gott nicht zu vergessen, er sei wie eine
Rettungsleine, die zur Ausrüstung der Feuerwehr gehört. Man sollte das Verhältnis pflegen,
genauso wie man die Ausrüstung pflegt. Gott könne einem Halt geben und so heißt auch der
Leitspruch der Feuerwehr: "Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr". - Text: jöki. Fotos: Jörn Kieseheuer
