Löschzug Körbecke - LF 16/12
Im Juli 2002 konnte der Löschzug
Körbecke der Freiwilligen Feuerwehr Möhnesee ein neues
Löschfahrzeug für ein mittlerweile seit 1974 im Dienst befindliches
TLF 16/25 der Firma Magirus übernehmen.
Die Entscheidung bei der Wahl des Fahrgestells fiel dabei auf einen Mercedes Benz Atego 1528 AF mit Allison-Automatikgetriebe, welches den Fahrer gerade in den stressigen Einsatzsituationen entlastet, so dass sich dieser besser auf den Verkehr konzentrieren kann.
Das Fahrzeug nebst Beladung ist aufgrund verschiedener Sonderausrüstungen optimal an die einsatztaktischen Belange des Löschzuges Körbecke angepasst. Grundlage für die Beladung ist die Norm des LF 16/12.
Außergewöhnlich ist der Aufbau durch die
österreichische Firma Marte, der aus Edelstahl hergestellt wird.
Eingebaut ist eine Feuerlöschkreiselpumpe FP 24/8 der Firma
Ziegler. Diese speist unter anderem den Monitor auf dem
Fahrzeugdach. Die Ausstattung mit einer derartig leistungsfähigen
Pumpe erlaubt den Einsatz mehrerer Rohre gleichzeitig, was den
einsatztaktischen Wert des Fahrzeuges als Erstangriffsfahrzeug
zusätzlich erhöht. Der Löschwassertank fasst 2000 Liter.
Als Kleinlöschgerät ist
anstelle der sonst üblichen Kübelspritze ein AUER-High-Press
Löscher sowie ein Pulverlöscher PG 12 verladen. Auf eine
Schlauchhaspel wurde wegen des waldreichen und hängigen
Einsatzgebietes verzichtet, da diese dort sowieso nicht eingesetzt
werden kann. Die 14 B-Schläuche sind sämtlichst im Aufbau gelagert.
Insgesamt 12 C-Schläuche sind in Schlauchtragekörben neben zwei
Chemieschutzanzügen und der Hitzeschutzausrüstung im G 2 gelagert.
Die Schnellangriffshaspel ist im Heckgeräteraum platzsparend über
der Pumpe untergebracht.
Insgesamt sind 5
Atemschutzgeräte installiert, davon zwei in der Mannschaftskabine
gegen die Fahrtrichtung und eines im Bosrom Sitz des
Gruppenführers. So kann der Gruppenführer sich bereits bei ersten
Erkundungsmaßnahmen schützen und gegebenenfalls in prekären
Einsatzsituationen den Angriffstrupp zu einem Dreiertrupp ergänzen.
Weiterhin sind in der Mannschaftskabine Bergetuch, Ziehfix,
Funkgeräte GPS 900 von Motorola, Kaltgetränke und eine
Krankentrage.
Da der Großteil des
Schaummittels auf anderen Fahrzeugen (allein der SW 2000 hat in
Körbecke 200 l Schaummittel) vorgehalten wird, sind auf dem LF nur
60 Liter AFFF-Schaummittel vorrätig. Dies reicht für den
Erstangriff. Zusätzlich kann bei kleineren Bränden, insbesondere
Fahrzeugbränden, eine Schaumpistole eingesetzt werden. Ausgestattet
ist das Fahrzeug mit Hohlstrahlrohren. Jedoch möchte man nicht
zuletzt wegen der zahlreichen Flächenbrände auf die herkömmlichen
CM-Rohre verzichten, da diese eine größere Eindringtiefe
besitzen.
An tragbaren Leitern ist eine
dreiteilige Schiebleiter und eine vierteilige Steckleiter auf dem
Aufbaudach gelagert. Zur Rettung aus Höhen und Tiefen dient eine
Ferno-Schleifkorbtrage. Zur Höhenrettung bzw. Absturzsicherung sind
zwei Absturzsicherungssets im G4 gelagert. Im selben Geräteraum
finden der Rettungsrucksack, der sich besonders im schwergängigen
Gelände bereits bewährt hat, Sprungretter Lorsbach SP 16,
Schornsteinfegerwerkzeug, Werkzeug und ein Montagetisch ihren
Platz. Dabei wurde der sonst sehr schwere und unhandliche
Feuerwehrwerkzeugkasten durch eine leichte und vor allem kleinere
Version eines Werkzeugkastens ersetzt. Der besondere Clou ist der
aufklappbare Montagetisch, der bei Arbeiten an der Einsatzstelle
zum Beispiel beim Flaschenwechsel der Atemschutzgeräte genutzt
werden kann.
Im G2
ist die gesamte Beladung zur technischen Hilfeleistung gelagert.
Dies sind Spreizer SP 30, Rettungschere S 90 und Rettungszylinder
RZ 2 der Firma Weber-Hydraulik. Zum Unterbauen der Fahrzeuge im
Hilfeleistungseinsatz werden die Weber-Unterschiebblöcke und
weiteres Holzmaterial eingesetzt. Ferner finden sich im G 2 eine
Rettungsäge WIMUTEC, Stihl-Rettungssäge, Säbelsäge, hydraulischer
Türöffner von Weber und zwei Atemschutzgeräte.
Im G 1 ist der
13-KVA-Stromerzeuger der Firma Geko und zwei Flutlichtscheinwerfer
a`1.000 Watt verstaut.
Der Lichtmast mit 4 X 1.000 Watt, der
pneumatisch ausfahrbar ist, ist im Dachaufbau integriert. Im G 1
ist die Motorkettenssäge nebst Schutzkleidung der Firma Stihl, der
Hochleistungslüfter, Schaufeln, Besen, Feuerpatschen gelagert.
Dem fachkundigen Leser wird auffallen, dass das Fahrzeug nicht mit Hebekissen ausgestattet ist. Diese sind alle auf dem schon seit 1993 vorhandenen Rüstwagen vorhanden, weil auch nur dieser genügend Material zum Unterbauen mitführt. Da LF und RW fast zeitgleich ausrücken, ist dies einsatztaktisch zu vertreten.
Zur Absicherung dient die im Heck installierte
Verkehrsabsicherungsanlage sowie die Verkehrsleitkegel im
Dachkasten und diverses Kleinmaterial.
Möhnesee, den 13.08.2002
Alles in allem muss man sagen, dass der Platz im Fahrzeug optimal
ausgenutzt wurde. Die Zusammenarbeit mit der Firma Marte und der
Firma Mercedes war hervorragend. Während der Planungs- und Bauphase
waren die Mitglieder des Beschaffungsauschusses mehrfach beim
Hersteller vor Ort, um Details abzusprechen.
BM Christian Böddeker
FF Möhnesee / Löschzug Körbecke
Geräteraum 1

Geräteraum 2

Geräteraum 3

Geräteraum 4

Geräteraum 5

Geräteraum 6

Dachbeladung und Monitor
